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Zerrissen: Hanno Rinke, der Mann der Musik mit Leonard Bernstein, Herbert von Karajan und Helmut Schmidt produzierte legt sein Tagebuch in Briefen vor.

10.12.2008

Sehr geehrte Damen und Herren,
vor einiger Zeit haben wir die Neuerscheinung von Hanno Rinke vorgestellt. Nun bieten bieten wir Ihnen ein Interview oder ein Redaktionsgespräch mit Hanno Rinke an, der Autor befindet sich vom 16.12. bis zum 19.12.2008 in Berlin. Terminwünsche bitte per E-Mail oder per Telefon.

Die Deutschen kennen Helmut Schmidt als großen Staatsmann – doch der Altkanzler ist auch ein begeisterter Musiker. Anlässlich seines 90. Geburtstages am 23.12.08 erschien kürzlich die Edition „Kanzler und Pianist“. Darin: die CD „Helmut Schmidt spielt Johann

Sebastian Bach“ (u. a. mit Justus Frantz) und die DVD „Helmut Schmidt außer Dienst“, ein Filmporträt des Altkanzlers von TV-Moderatorin Sandra Maischberger. Produziert wurde die CD von Hanno Rinke. So heißt es in seinen Briefen: “Helmut Schmidt, den ich dank Justus’ Umtriebigkeit in Hamburg zur Aufnahme der Bach-Konzerte nicht kennen-, aber verstehen gelernt habe, ist dem Guten im Menschen gegenüber eher misstrauisch. Dafür habe ich viel Verständnis - bloß, dass er von Menschen , die nicht seinen Überblick haben , für solche Zynismen abgewählt werden kann: Kummer der Demokratie.“


Leonard Bernstein, den Rinke bis zu dessen Tode begleitete, wäre in diesem Jahr neunzig geworden, Karajan einhundert Jahre. Rinke porträtiert die beiden berühmtesten Dirigenten des vergangenen Jahrhunderts aus seinem sehr persönlichen Blickwinkel als Teil des Panoramas eines halben Jahrhunderts, das im Berliner Nachkriegschaos beginnt und im wiedervereinten Berlin endet. Über das Verhältnis der beiden Meister schreibt Rinke:“Als Karajan im Spätsommer 1982 wieder mal nicht in Berlin rumweilte, gab er seine Philharmoniker zähneknirschend frei, so dass Bernstein Mahlers Neunte mit ihnen aufführen konnte… Bernsteins Noten mit seinen Eintragungen, die während der Aufführung auf den Pulten der Musiker gelegen hatten, wurden Bernstein nach dem Konzert nicht zurückgegeben…Inzwischen hatte Karajan, zum ersten Mal in seinem Leben, das Bedürfnis entwickelt, eine Mahler-Sinfonie zu dirigieren: ausgerechnet die Neunte. Er ging mit dem Werk auf Tournee in die USA und nahm es mit den Berlinern Philharmonikern für Deutsche Grammophon auf. Dann bekam Bernstein seine Noten zurück. „Unforgivable“, sagte Bernstein dazu. Davon abgesehen (was unmöglich ist) lässt Bernstein der Medienrummel über die Rivalität um ihn und seinen Gegenpol ziemlich kalt. Er glaubt, er hätte sogar eine ganz gutes Verhältnis zu Karajan haben können, aber Eliette habe alles verdorben. Als Bernstein und Karajan sich im Goldenen Hirschen in Salzburg trafen, habe sie sich an Bernstein geschmiegt und immer wieder gesagt: „(H)erbäärt, der Lenny hat so wunderschöne Musik geschrieben, warum schreibst Du nicht auch mal so schöne Musik?“, da habe Karajan sich verhärtet. So jedenfalls hat Bernstein es mir erzählt.“

Schöner noch die Geschichte von Bernsteins Konzert in Ost-Berlin 1984. Hier schildert Rinke wie er die kartenlosen Bernstein-Fans ins Konzert lotst, und beschreibt den Abend in Ost-Berlin, der mit einer für Westdeutsche wie Rinke damals verbotenen Ausreise über den Checkpoint Charlie endet: „Als wir gegen vier Uhr morgens aufbrachen, folgte uns der Stasi- Wagen wieder bis zur nahen Grenze. Ich sagte zu Bernstein, dass ich es nicht für richtig hielte, Menschen mit Hoffnungen und Anregungen zu begeistern, wenn nichts davon umgesetzt werden könne. Ich fand, er hatte zu naiv reagiert. Er sprach mit ihnen, als ob sie es in der Hand hätten, etwas zu ändern – und dann setzte er sich ins Auto und fuhr durch die Mauer zum Kempinski. »Do you want to teach me a lesson?«, fragte Bernstein. Ich stutzte. »Yes, I think so«, sagte ich. Er schwieg. Ich auch, denn nun kamen wir am Checkpoint Charlie an, und ich war doch gespannt. Dass sie mich aus Bernsteins Wagen rauszerren und nach Bautzen schleifen würden, konnte ich mir aber doch nicht so richtig vorstellen.“

Plastisch, witzig und pointenreich schildert Rinke sein Leben zwischen Konzertsälen und Kellergewölben, Luxushotels und Lasterhöhlen in den Metropolen der Welt. Hautnah erlebte er als Produzent bedeutender Künstler und als Chef des Internationalen Marketing das überhitzte und gleichzeitig kühl kalkulierende Musikgeschäft.

Eine Auswahl der Briefe, die Rinke seit Kindesalter in Tagebuchform schrieb, bildet das Ausgangsmaterial für eine stürmische Reise an die spannendsten Schauplätze der Welt, auf die Höhen des Ruhms und in die Tiefen der Verzweiflung. Rinke hält fest, was ihn nicht loslässt: Jeder seiner Briefe ist eine Momentaufnahme, zeitgeistreich und voller Sprachwitz, insgesamt zeigen sie die Entwicklung eines virtuosen Beobachters auf, den es in das Musikbusiness führt und der an der Seite der größten Musiker des zwanzigsten Jahrhunderts erlebt, wie berufliche und private Leidenschaften sich mischen, während er seinen Standort findet: im Stil, im Sex, im Leben.


„Zerrissen. Ein Tagebuch in Briefen„ ist eine spannende Reise durch jene Leidenschaften, wo sich Öffentlichkeit und Privatsphäre miteinander vermengen.
"Melodie & Rhythmus“ , Heft 12/2008

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Der Autor:
Hanno Rinke, geboren 1946 in Berlin, hat Musik und Jura studiert. Er war für die Deutsche Grammophon Produzent bedeutender Künstler wie Mstislav Rostropovich, Lorin Maazel, Seiji Ozawa, Martha Argerich und vor allem Leonard Bernstein. Heute arbeitet er als freier Schriftsteller, Komponist und Regisseur.

2006 hat Rinke die Guntram und Irene Rinke Stiftung ins Leben gerufen, die alljährlich einen Text auszeichnet, dem es gelingt, das „Lebensgefühl“ des vergangenen Jahres zum Ausdruck zu bringen. Zudem gibt die Stiftung jedes Jahr „das Tagebuch des kommenden Jahres“ bei einem namhaften Schriftsteller in Auftrag. (www.rinke-stiftung.com).
Die Tagebuch-Briefe, die Rinke seit seiner Kindheit geschrieben hat, bilden dabei die Grundlage, auf dem das von der Stiftung verfolgte TAGEWERK-Projekt aufbauen kann.



Mit den besten Grüßen

Andreas Geil

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